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Birkenhead House Hermanus

GOOD TO GO: Ein Sehnsuchtsort am Atlantik

Allein das Wort Beachhouse erweckt in mir schon Sehnsüchte. Nach Ferien, tiefblauem Meer, rauschenden Wellen, kreischenden Möwen, dem Geruch nach frischen Muscheln und einem Sundowner mit Blick in den glutroten Abendhimmel. Birkenhead House in Hermanus hat all das zu bieten – und noch viel mehr. Ein Sehnsuchtsort war Birkenhead House auch für Liz Biden, die im Birkenhead House viele glückliche Ferientage in ihrer Kindheit verbrachte. Als sie hörte, dass das Hotel über dem Ozean zum Verkauf stand, entschloss sie sich, es für die eigene Familie zu erstehen. Es folgten über zwölf glückliche Jahre mit vielen Ferienerinnerungen in einem Haus, von dessen Terrassen man die Delfine springen sieht und von Juli bis Dezember Wale beobachten kann. Dann standen zwei Anwesen in der direkten Nachbarschaft zum Verkauf und Liz beschloss, das gesamte Areal im Jahr 2002 in ein Boutique-Hotel zu verwandeln. „Unsere Kinder waren sehr entrüstet, dass wir ihnen ihr Strandhaus weggenommen haben, um es nach unserer Safari-Lodge als zweites Projekt in ein Boutique-Hotel zu verwandeln. Sie mussten sich von nun an Zimmer bei uns buchen,“ erzählt Liz Biden lachend.

Gelebte und geliebte Gastfreundschaft im einstigen Ferienhaus der Familie. Inzwischen sind alle Familienmitglieder glücklich darüber, dass sie mit ihrem Birkenhead House ein Refugium der besonderen Art anbieten können. Eins mit elf Suiten, zwei Pools, Terrassen mit Rundumblick und einem Living Room mit Kamin für kuschlige Abende. Dazu kommen Bidens gewohnt gewagte Farbkombinationen bei den Interieurs, zahlreiche Bilder aus der privaten Gemäldekollektion der Bidens, effektvoll in Szene gesetzt mit Spiegeln und passenden Kissen auf blütenweißen Sofas. „Ich mache immer das, was sich für mich richtig anfühlt. Daher habe ich für Birkenhead viel Weiß ausgesucht, weil es gut zu einem Beachhouse passt. Auch wenn Weiß absolut verrückt klingt für ein Hotel. Ich habe es trotzdem gewählt und einfach auf Überzüge geachtet, die sich leicht waschen lassen.“ Zum Beachhouse-Weiß wählte Liz Biden frisches Grün mit Lila oder Pink mit Rot – Kontraste, die zunächst sogar in ihrem engen Umfeld argwöhnisch betrachtet wurden, sich jedoch immer als treffsicher und harmonisch erwiesen. Auch meine Suite ist mit vielen Details geschmackvoll und wohnlich gestaltet. Das frühere Schlafzimmer der Familie wurde um ein Ankleidezimmer erweitert und ein großzügiges Bad eingebaut. Selbst die rote Kaffeemaschine passt perfekt zum rot gemusterten Teppich und zum pinkfarbenen Polsterstuhl. Aus dem Bett schaue ich direkt auf das Meer.

Die hohe Kunst des Nichtstun – in diesem Strandhaus lässt sie sich ganz wunderbar zelebrieren: bei einem Glas Cabernet Sauvignon, Merlot oder Shiraz auf der Terrasse, bei einem Spaziergang auf dem Cliff Path, einem Küstenweg, der direkt am Hotel vorbeiführt, im Spa bei einer African Rungu-Massage nach alter Masai-Praxis oder beim Muschelnsammeln mit dem Chefkoch an den Felsen gleich unter dem Hotel. Außer frischem Seafood kommen im Birkenhead House auch andere einheimische Spezialitäten wie Skilpadjies, ein Gericht mit Lammleber und karamellisierter Zwiebelmarinade sowie köstliche Nachspeisen à la in Rooibos und Gewürzen pochierte Birnen auf den Tisch.

Wer nicht nur passiv genießen, sondern auch aktiv werden will, findet mit dem Fernkloof Nature Reserve einen der zehn besten Walbeobachtungsorte der Welt direkt vor der Haustür. Von hier aus kann man auch die Big Five des Meeres – Wale, Delfine, Seelöwen, afrikanische Pinguine und Haie – beobachten (letztere übrigens aus einem Unterwasserkäfig heraus). Was mir jedoch am meisten in Erinnerung bleibt, wenn ich an Birkenhead House denke, ist das Gefühl, sich immer in einem Privathaus und eigentlich nie in einem Hotel zu befinden. Vom Restaurant ist es nur ein Katzensprung zum Pool auf der Terrasse und von dort nur eine kleine Treppe hinauf in die eigene Suite. Das bedeutet Zuhause. Natürlich nur auf Zeit, aber es ist jede Stunde wert.

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Text: Claudia Bette-Wenngatz