CRUISE-TEST: Paul Gauguin

Die Grand Dame der Südsee

„Die Lagune wirkt so sorgfältig komponiert wie ein Bild Paul Gauguins selbst.”

Die Paul Gauguin ist der liebenswerteste Begleiter im Pazifik seit es Schiffe gibt – dank eines ausgeklügelten Bordkonzepts und Les Gauguines.

Gerade hat eine frische Brise die Balkonsuiten der Gäste mit Morgenluft versorgt, da schiebt sich auch schon die Lagune ins Blickfeld – so sorgfältig komponiert wie ein Bild Paul Gauguins selbst. Spätestens hier müssten andere Schiffe Halt machen. Doch die Paul Gaugin, ein ebenso legendäres wie elegantes Kreuzfahrtschiff, pirscht sich im Zeitlupentempo in die Bucht von Bora Bora. Mit seinem außergewöhnlich geringen Tiefgang von gerade einmal fünf Metern kann es im Laufe einer zehntägigen Reise quer durch Französisch-Polynesien hautnah an die schönsten Inseln der Südsee navigieren: eine Partnerschaft auf „Augenhöhe“ und „gleicher Wellenlänge“. Auf der Paul Gauguin zu reisen ist tatsächlich mehr als nur eine außergewöhnlich spezielle und sehr private Expedition durch eine überirdisch schöne Inselwelt. Sie ruft ferne Jugenderinnerungen an verwegene Fahrten von Entdeckern wie James Cook oder Piraten wie Sir Francis Drake herauf, führt in die Geschichte und Gedankenwelt eines der rätselhaftesten Imperien, dessen Ausläufer einst von der Osterinsel bis Australien reichten, erkundet die schönsten Unterwassergebiete der Erde, verwöhnt mit behaglichem Wohngefühl in den 165 Kabinen und Suiten plus Savoir-vivre in erstklassigen Restaurants. Vor allem aber: An Bord beginnt eine lebenslange Freundschaft mit charmanter polynesischer Gastfreundschaft.

„An Bord beginnt eine lebenslange Freundschaft mit charmanter polynesischer Gastfreundschaft.”

Terrasse mit Traumblick: auf Deck 8 verwöhnt Le Grill.
„70 Prozent der Kabinen verfügen über einen Balkon.”

Die Paul Gaugin – weiß, elegant, diskret – ist mit 154 m Länge ein kleines Schiff – à la boutique. Seit über zwei Jahrzehnten durchkreuzt sie die Südsee, visiert für eine bunt gemischte Zielgruppe weltgewandter Hedonisten Sehnsuchtsziele rund um Tahiti an, bis hin zu den entlegenen Marquesas. Maximal 320 Gäste werden von 220 Crew-Mitgliedern betreut, und das bedeutet im Klartext: Das Schiff ist klein genug, um Vorlieben der Gäste persönlich kennenlernen zu können und groß genug, um sich mit luxuriöser Eleganz zu umgeben. 70 Prozent der Kabinen verfügen über einen Balkon. Die Suiten – hell, in Holz und Creme gehalten – erinnern mehr an gediegene Rückzugsorte als an Kabinen. Concierges organisieren individuelle Ausflüge, landeskundliche Vorträge von Kennern führen in die Geschichte und Kultur der polynesischen Inselwelt ein, Yoga- und Pilates-Klassen sorgen für entspannte Morgenrituale. Im Grand Salon zeigen abends Tanzgruppen Folkloristisches: feurig, gut gelaunt und ohne jeden Kitsch. Derweil malen im Atelier Gäste auf den Spuren des Meisters oder üben sich in der Kunst des Ukuelespielens. Mitsingen ist gewünscht – und Gauguins Farben lassen grüßen.

Wer Lust hat, taucht mit PADI-Instruktoren, paddelt auf einem Bordkajak durch die Lagunen oder geht auf einer der kleinen, vorgelagerten Inseln auf Entdeckungsreise. Huahine, Raitatea, Tahaá, Bora Bora, Fakarava, Rangiroa und Moorea heißen die Iles de la Societe, die von Tahiti aus erkundet werden wollen. Verborgene architektonische Schätze stehen am Entdecker-Programm, wilde Vegetation und mysteriöse Flüsschen als Begleiter. In den Lagunen schillert das Wasser in Schichten: jadegrün, azurblau, kristallin. Über allem thronen dicht bewachsene, himmelhoch ragende Zacken, schroff und schweißtreibend zu besteigen. Zodiacs und lokale Boote bringen die Gäste der Paul Gauguin bequem zu einem privaten Motu – einer kleinen, mal sandigen, mal dichtbewachsenen Insel wie aus einem Südsee-Gemälde des Namensgebers. Hier lernen Gäste Ceviche zuzubereiten, während andere ihr Barbecue genießen und allen genug Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln oder dolce far niente bleibt. Mit Rochen zu schwimmen steht anderntags am Programm: Elegant schweben die Tiere am Sandboden entlang. Unter Wasser herrscht Stille, darüber Vogelgesang. Auslegerkanus gleiten über die See; das Klatschen ihrer Ruder ist noch lange zu hören.

„Die Paul Gaugin ist mit 154 m Länge ein kleines Schiff – à la boutique.“
Ausflüge ins Blau: keine Hektik, kein Gedränge, null Massentourismus.
„Die Atmosphäre ist geprägt durch Wärme, Leichtigkeit und Lebensfreude."

Später, bei Sonnenuntergang, werfen sich die „Les Gauguins und Les Gauguines“ ins Geschehen. Sie bilden das kulturelle Herzstück des Schiffs: ein Ensemble aus polynesischen Gastgeberinnen und Gastgebern, die an Bord eine authentische und fröhliche Verbindung zur Kultur der Inselwelt schaffen. Sie bringen jene Wärme, Leichtigkeit und Lebensfreude ein, die viele Reisende mit der Südsee verbinden. Ihre Präsenz ist mehr als bloße Servicequalität – sie sind lebendige kulturelle Botschafter und liebenswerte Entertainer in einem. Meist stammen sie von einer der Inseln und empfangen Gäste bereits am ersten Tag mit Blumen, Musik und einem Lächeln. Sie tragen traditionelle Pareos, Muschelschmuck oder die charakteristischen Tiare-Blumen. Sie erzählen Geschichten, erklären Bräuche, geben Einführungen in polynesische Mythen und zeigen, wie man einen Pareo bindet oder Blumenkränze flechtet. Das männliche Team schafft mit Ukulelen, Trommeln und Gesang eine leicht melancholische und zugleich heitere Klangwelt. Sie alle, und die gesamte restliche Schiffscrew, die an einem Highlight-Abend im Grand Salon ihr Talent als Entertainer unter Beweis stellt, verleihen der Kreuzfahrt diese von Herzen kommende Einzigartigkeit, die sich definitiv von Bordprogrammen anderer Reedereien unterscheidet. Während der französische Kapitän René-Paul Boucher für die Sicherheit der Passagiere sorgt, kümmert sich die gebürtige Polynesierin Hinanui Ina als Cruise Director um den Tagesbetrieb an Bord. Für die Gäste bedeutet das: Morgens bei Hinas täglicher hinreißender Borddurchsage entspannt erwachen, Landschaft und Luft aufsaugen, den Tag nach eigenem Tempo und Gusto gestalten, kulinarische Höhepunkte genießen, lokale Künste und Geschichten erkunden – und abends in gelassener Atmosphäre unter den Sternen der Südsee die Welt vergessen.

Text: Jörg Bertram

„Ein Ensemble aus polynesischen Gastgeberinnen und Gastgebern sorgt an Bord für Athentizität.”
Kein „gewöhnlicher Luxus: ein once in a lifetime-Gesamterlebnis.

FACTS & FIGURES

■ Indienststellung: 1997 (mehrfach komplett renoviert, zuletzt 2025) ■ Länge: 153,6 Meter ■ Geschwindigkeit: 18 Knoten ■ Passagierdecks: 9 (7 für Gäste zugänglich) ■ Passagiere: 330 ■ Crew: 220 ■ Bordsprache: englisch/französisch ■ Kabinen & Suiten: 165, top-renoviert. Ausschließlich Außenkabinen, 70 % haben private Balkone, Badezimmer oft mit Badewanne + Dusche, luxuriöse Pflegeprodukte, Bademäntel, Slipper, Mini-Bar. ■ Stil & Ambiente: kein „gewöhnlicher“ Luxus. Ein once in a lifetime-Gesamterlebnis, bestehend aus einem sehr persönlichen, exklusivem Bordprogramm mit französischem Touch und sanftem Eintauchen in den Rhythmus Polynesiens. Herzlichkeit mit höchsten Qualitätsansprüchen. Außergewöhnlich!

■ Entertainment: Lokal. Authentisch. Humorvoll. Kreativ. Alles andere als langweilig oder abgedroschen. Besondere Highlights: die weltweit witzigste Bühnenshow einer Crew an Bord. Tanz-Performances lokaler Artisten, Workshops, fachkundig kuratierte Vorträge. Boutique-Shopping. Außergewöhnliche Landausflüge zu fairen Preisen und in kleinen Gruppen. ■ Sport & Spa: Spa Deep Nature by Algotherm mit professionellen Massagen und dem Duft von Tiare-Blüten. Täglich wechselndes Aktivprogramm (Yoga, Pilates und vieles mehr). Outdoor-Pool. Landausflüge per E-Bike, Kajak, PADI-Tauchen, Schnorcheln, Hiken, Schwimmen …

■ Gastronomie: Luxuriöses All-Inclusive-Konzept. Die Gastronomie an Bord ist Stolz der Reederei und alleine ein Grund, dieses Schiff zu buchen. Drei Restaurants, jedes mit eigenem Stil, gewähren unterschiedliche kulinarische Erlebnisse: gediegen, aber ungezwungen: Das L’Etoile ist as gastronomische Zentrum am Abend. Hier serviert die Küchenbrigade mehrgängige Menüs, die französische Kochtraditionen mit polynesischen Einflüssen verbinden. Die Weinkarte ist umfangreich, international und sehr werthaltig. Das Spezialitätenrestaurant Le Grill präsentiert sich locker wie ein Beach-Resort. Guter Frühstücksplatz mit Ausblick. Tagsüber gibt es Frisches vom Buffet; abends bietet Le Grill ein Menü, das polynesische Aromen und Spezialitäten anderer Länder stärker hervorhebt. Das dritte Restaurant, La Veranda – hell, offener Raum – ist eine elegante Brasserie mit mediterranen Akzenten. Kreativ und abwechslungsreich. Paul Ellis, Executive Chef, arbeitet eng mit polynesischen Fischern und Produzenten zusammen. Das macht die Speisen frischer und authentischer als auf vielen großen Schiffen, ohne gleichzeitig klassische Kochkunst aus dem Auge zu verlieren. www.pgcruises.com

Ein Tag auf See: relaxen am Pool oder im bequemen Lounge-Sofa.