GOOD TO HEAR: Liz Biden
„Ich liebe, was ich tue“
Im Talk: Liz Biden, die Luxus-Löwin von Südafrika.

Der persönliche Service gehört beim Royal Portfolio immer dazu – egal ob im Busch, am Meer, in den Weinbergen oder mitten in der Stadt.
Sie haben The Royal Portfolio im Alter von 50 Jahren, nach einer Karriere in der Modebranche, gegründet. Was hat Sie zu dieser Veränderung inspiriert? Als ich beschloss, mich zur Ruhe zu setzen, war ich an einem Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, alles erreicht zu haben, was ich brauchte und wollte. Es war nie geplant, ins Hotel-Business einzusteigen, aber ich hatte plötzlich sehr viel Zeit. Zusammen mit meinem Mann kam ich auf die Idee, unsere Ferienhäuser an strategisch günstigen Orten in Südafrika mit anderen zu teilen. Wir wollten zum Beispiel in unserer Safari-Lodge nicht jedes Mal, wenn wir dorthin fuhren, die Spinnweben abstauben, also bauten wir es in eine Luxus-Lodge um. Und so entstand 1999 Royal Malewane. 2002 kamen dann Birkenhead House und La Residence in Franschhoek dazu – das Royal Portfolio war geboren. Wie einfach oder wie schwierig war der Wechsel in eine neue Branche? Es begann als Idee und aus einer Laune heraus. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht und bin einfach hineingesprungen. Der Übergang war leicht und schwierig zugleich. Ich hatte nie eine Ausbildung als Innenarchitektin, aber ich habe es immer geliebt zu dekorieren, ebenso wie zu reisen. Als wir anfingen, dachte ich mir: Was würde mir gefallen? Dann haben wir einfach all diese Dinge zusammengefügt. So entstand Royal Malewane. In den ersten zehn Jahren habe ich alles gemacht, von der Reservierung über den Verkauf bis hin zum Marketing. Mein Mann Phil war damals noch sehr in sein eigenes Finanzgeschäft involviert, später stieß er zusammen mit unserem Sohn Matt und unserer Tochter Aly dazu, was meinen Druck verringerte. Mit der Familie zusammenzuarbeiten, gibt mir ein wunderbares Gefühl. Wenn Sie ihre Camps und Hotels betrachten, welches mögen Sie am liebsten und was unterscheidet sie voneinander? Wie es einem auch mit Kindern geht – es gibt keines, das ich bevorzuge, ich liebe sie alle. Unsere Safari Lodges sind ja verschieden, traditionell wie Royal Malewane, farbenfroh und casual wie Waterside, familiär intim für Friends and Family wie Farmstead ein bisschen verrückt und mutig wie Farmstead House, Africa House oder nun auch Masiyas Camp. Sie sind also eine mutige Person? Ich weiß nicht, eigentlich bin ich ziemlich konservativ, ich rauche und ich trinke nicht, aber ich bin verrückt nach Farben.

Familienbande Liz Biden mit ihrem Mann Phil sowie ihren Kindern und Enkelkindern.
Ihr Gespür für Farb- und Formkombinationen ist außergewöhnlich und führt zu außergewöhnlichen Ergebnissen. Wie sieht die Konzeption aus? Ich mache es einfach, weil ich es liebe. Nichts fühlt sich wie ein Job an. Ich habe einfach ungeheuer viel Spaß. Ich liebe es, Möbel und Kunst zu kaufen, alles zusammenzustellen. Dabei habe ich eine Regel: immer etwas Altes, etwas Neues und etwas Freches oder Lustiges zu kombinieren. Ich bin auch immer wieder ganz aufgeregt, wenn ich unsere Hotels besuche, die Menschen wiedersehe, die dort arbeiten und die Gäste, die wir in unseren Hotels glücklich machen können. Ihr Mann hat sie immer unterstützt, sie kennen sich seit der Schulzeit. Was ist so besonders an ihrer über 50-jährigen Partnerschaft? Wir sind sehr verschieden, aber wir respektieren beide die Meinung des anderen. Das ist wohl das Wichtigste. Und wir diskutieren sehr viel miteinander. Wir ergänzen uns. Er zeichnet gerne Pläne, ich arbeite mit den Augen. Sie sind sehr fürsorglich, nicht nur ihrer eigenen Familie gegenüber, sondern auch ihren Angestellten gegenüber, von denen sie viele in ihrer Entwicklung unterstützt haben…… Ich bin aufgewachsen in einer Familie mit vier Kindern. Mit viel Liebe und Unterstützung. Das gebe ich weiter. Unser Personal ist definitiv ein Teil unserer Familie. Worauf sind Sie am meisten stolz? Auf meine drei Kinder. Sie sind alle glücklich verheiratet, haben selbst Familie und sind einfach wunderbare Menschen. Und sie sind mein größtes Kapital. Mein Sohn ist CEO unserer Company, meine Tochter Aly leitet die Foundation und unsere sozialen Projekte. Sie und unsere älteste Enkelin sind wie ich sehr interessiert an Design. Meine älteste Tochter, eine erfolgreiche Bankerin, ist mit ihrer Familie gerade von London nach Kapstadt gezogen. Jetzt sind wir alle dort zusammen, das ist wunderbar! Haben Sie Freizeit, wenn ja, wofür? In der Hospitality-Branche hat man ja einen 7 Tage/24-Stunden-Tag. Aber wenn ich nicht reise und arbeite, liebe ich es, Freunde zu treffen und Bridge zu spielen, seit ich mit 16 damit angefangen habe. Sie sind eine große Kunstsammlerin. Haben Sie ein Lieblingsbild? Das ist immer das, was ich zuletzt gekauft habe. Sie sind jetzt 76, können sie sich vorstellen, kürzerzutreten? Nein, ich möchte nie kürzertreten. Ich mache einfach weiter das, was mir so großen Spaß macht. Was macht sie am glücklichsten? Wenn ich unsere Hotels oder Lodges besuche und sehe, dass es den Gästen dort gefällt. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es uns möglich war, unsere privaten Wohnsitze mit anderen zu teilen, sie nicht nur manchmal zu bewohnen und dann abzuschließen. Meine Kinder waren nicht so glücklich darüber, mein Mann auch nicht immer. Er hat gesagt, dass er sein Bett in unserem Haus in Kapstadt festnageln wird, damit ich daraus kein Hotel mache. Das respektiere ich natürlich. Aber wer weiß …..