GOOD TO GO: Der Airline-Test

Sicherheit über den Wolken

“Die Qsuite von Qatar Airways offeriert maximalste Privatsphäre.”

Fernflugreisen sind möglich, wenn auch zu etwas erschwerten Bedingungen. Qatar Airways offeriert etwa mit ihrer Qsuite das ideale Produkt, um sich in einem Flugzeug zurückzuziehen. Airline-Spezialist Kurt Hofmann testet für CC VIP den Flugkomfort in Pandemiezeiten.

Die Pandemie sorgt schon für absurde Blüten. So ist es zwar am Flughafen Wien möglich, eine Lounge zu besuchen, aber um den angebotenen Kaffee zu genießen, muss der Gast die Lounge verlassen und diesen draußen am Gang einnehmen – so die behördliche Verordnung … Dass in Zeiten einer globalen Pandemie sich Airline-Services verändert haben, ist wohl verständlich. Auch bei Qatar Airways gibt es Anpassungen, aber der Großteil des umfangreichen Angebotes ist glücklicherweise geblieben. Denn ein angenehmes Flugerlebnis entschädigt schon für all die umständlichen Reiserestriktionen quer über den Globus. Unmengen an Hygienerichtlinien, Einsparungsmaßnahmen bei den Airlines, globale Reisewarnungen, und so weiter – all das erfordert schon eine gewisse Reiseplanung vorab. Die globale Pandemie hat zu einem nach wie vor anhaltenden Einbruch des Aufkommens im Flugverkehr geführt, der uns zumindest in Europa noch für mehrere Jahre beeinflussen wird – vor allem auf der Langstrecke. Der minimale Flugverkehr führt aber immerhin zu pünktlichem Reisen. Überlastungen gibt es folglich nicht.

Freundlich, geradezu euphorisch, aber Corona-bedingt vermummt und in Schutzkleidung, begrüßen die Flugbegleiter an Bord des Airbus A350-900 nach Doha. 4G, mein Sitz in der vielgerühmten Qsuite. Dort wartet ein persönliches Hygienekit mit Maske und Desinfektionstüchern, ebenso die Menü- und Weinkarte. Die Qsuite von Qatar Airways offeriert maximalste Privatsphäre. Noch vor dem Take-off wurde mit der Flugbegleiterin über die persönlichen Speisewünsche gesprochen und diese vermerkt.

“Der eingeschränkte Flugverkehr führt aber immerhin zu pünktlichem Reisen.”
“In der Qsuite kann man bei geschlossen Türen die Maske abnehmen.”

Qatar Airways hat in Krisenzeiten am Service für Business-Class-Passagiere nicht wirklich gespart. Die Qsuite hat eigentlich mit einer normalen Business Class nichts mehr zu tun und geht in die Kategorie First Class. So gibt es in der mittleren Reihe die Möglichkeit, Sitze in ein Doppelbett zu verwandeln. Jeder Sitz sorgt mit seinen eigenen vier Wänden für Privatsphäre. Also Freiraum – samt großen Bildschirm, genügend Ablageplatz, verschließbaren Türen, etc. Nach wie vor hat man als Business-Class-Passagier von Qatar Airways die Möglichkeit, wann immer man möchte zu essen. Wir entscheiden uns gleich für ein Early Dinner nach dem Take-off um 16 Uhr.

Der Pandemie geschuldet, gibt es diverse Anpassungen beim Service, aber die lassen die Freude des Fliegens nicht schmälern. Zu normalen Zeiten wird der Tisch eingedeckt. Jetzt jedoch wird das Essen jeweils auf einem Tablett serviert. Als Auftakt wird Champagner der Marke Pommery empfohlen oder ein Cuvée Rose von Laurent-Perrier. Auch gibt es keinen Brotkorb mehr, etwa mit exzellentem Garlic Bread. Auch ein individuell platziertes Candellight fehlt. Aber: Die Nüsse sind warm temperiert, es gibt eine Suppe des Tages, danach empfiehlt sich etwa arabische Mezze. Bei den Hauptspeisen galt es das wohl zarteste Lamm an Bord eines Flugzeuges zu genießen, auch die Tofu- und Spinat-Tortellini mit Arrabiata-Sauce verfehlten nicht die Gaumenfreuden. In der Qsuite kann man bei den geschlossen Türen die Maske abnehmen, was natürlich den Reisekomfort weiter erhöht. Der Sitz ist einfach in diverse Positionen zu verstellen. Viele Details perfekt durchdacht, seien es die Leselampen, die Ablage für den Laptop oder die aufklappbare und verstellbare Armlehne, in welcher Kopfhörer, Wasser, Magazine, etc. verstaut sind. Für ein kurzes Nickerchen auf den lediglich vier Stunden 30 Minuten andauernden Flug blieb Zeit. Ein Flugbegleiter verwandelte die beiden Sitze gegenüber mit einer dünnen Matratze in zwei Betten. Der Double Espresso beim „Top of Descent“ wurde pünktlich gereicht – ebenso erfolgte die Landung in Doha.

“Als Auftakt der Reise lassen wir uns einen Pommery servieren.”
“Im Airbus A320 sorgen Lie-flat Seats für Private Jet Flair.”

Auch am Doha Hamad International Airport und in der Al Mourjan Lounge gilt strenge Maskenpflicht. Übrigens, so wird erstmals während des Ramadan 2021 auch Alkohol in der Lounge ausgeschenkt. Wohl auch, um im globalen Wettbewerb weiter zu punkten, so ein Mitarbeiter in der Lounge. In der Lounge gibt es Buffet-Service mit warmen Speisen, welche von den Mitarbeitern ausgegeben werden, um jegliche Gefahr einer Ansteckung zu minimieren. Anders als in Wien (zu Redaktionsschluss, Anm.), kann man sich auf ein umfangreiches Angebot an Essen und Getränken in der Lounge in Doha freuen.

Der Weiterflug nach Dar es Salaam erfolgt übrigens mit einem Airbus A320, in welchem sich eine der besten Business-Class-Kabinen für ein derartiges Mittelstreckenflugzeug befindet. Zwölf sogenannte Lie-flat Seats sorgen für gute Schlafmöglichkeit – das hat schon Private Jet Flair! Bemerkenswert auf allen Flügen waren die Flugbegleiter. Bei so manch persönlichem Gespräch erfährt man deren Dankbarkeit, noch einen Job zu haben. Qatar Airways musste ja auch Arbeitsplätze reduzieren. Aber angesichts von 42 Millionen Arbeitsplätzen, welche letztes Jahr in der Luftfahrt und im Tourismus weltweit vernichtet wurden, wird die Tatsache, eine Arbeit zu haben, noch mehr geschätzt. Das war an deren Motivation und Loyalität zu spüren. Die zu erwartende Perfektion war gegeben – es wurde Gastfreundschaft zelebriert, nicht gespielt. Und da unser Aufenthalt in Dar es Salaam ebenso zwei Tage betrug wie jener von der Crew, so waren das Hallo und die Begrüßung an Bord der Boeing 787 für den Rückflug dementsprechend groß und freudig.

“In der Al Mourjan Lounge in Doha kann man sich auf ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken freuen.”
“Beim Einsatz der Flotte zählt ausschließlich die Nachhaltigkeit.”

Im Interview

Thierry Antinori, CCO Qatar Airways

Thierry Antinori, CCO der Qatar Airways, erläutert im Gespräch mit CC VIP, warum etwa Österreich ein wichtiger Markt für die Airline geworden ist. Herr Antinori, da wir ab Wien unsere Reise begonnen haben, wie wichtig ist denn der österreichische Markt? Österreich ist ein wichtiger Markt für Qatar Airways. Etwa als Quellmarkt nach Asien, Mittleren Osten und Afrika. Die Österreicher sind generell sehr angenehme Kunden, die Qualität verstehen und würdigen. Wir haben eine sehr moderne Flotte mit einem Produkt, welches fünfmal in den letzten zehn Jahren als das beste der Welt ausgezeichnet wurde. Wir sehen zudem, dass es viel Interesse aus dem Ausland gibt, nach Wien zu kommen. Wien ist eine führende Stadt für den Tourismus in Europa. In den letzten 15 Jahren hat sich das Interesse für Wien aus Asien und Nahost vervielfacht.

Was sind die wichtigsten Märkte für Qatar Airways im Umsteigeverkehr nach Wien? Wir haben die besten Verbindungen zu den Malediven zum Beispiel. Aber auch Thailand, Malaysia, Singapur – diese Märkte sind alle wichtig. Am Ende verkaufen wir das gesamte Netz von Qatar Airways über Doha, welcher sich zu einem der besten Flughäfen im Mittleren Osten etablierte. Doha ist aber auch der einzige Airport dort, welcher eine Fünf-Sterne-Auszeichnung zwecks COVID-Zertifizierung im Bereich Hygiene hat. Das ist nicht unwichtig in diesen Zeiten.

Nicht weit weg von Wien, bedient Qatar Airways auch Prag und Budapest. Wie laufen diese Märkte ? Gut, aus denselben Gründen wie Wien. Aber Wien bietet mehr Potenzial, insbesondere für das touristische Incoming.

Die österreichische Regierung will den Flugverkehr so umweltfreundlich wie möglich gestalten, setzt neue Restriktionen. Haben Sie mit Ihren Boeing 787 und Airbus A350 das richtige Fluggerät? Ihr Konkurrent Emirates kommt sogar immer wieder mit dem größten Verkehrsflugzeug der Welt, dem Airbus A380, nach Wien … Wir haben uns zum Thema Flotte schon mehrmals geäußert. Nachhaltigkeit zählt! Ein A380 bedeutet mit seinen vier Triebwerken 80 Prozent mehr Co2-Emission als eine A350, die dazu eine noch modernere und leisere Kabine hat. Ich kapiere persönlich nicht die rationale Entscheidung, einen A380 halb leer nach Wien zu fliegen, wenn die Nachfrage nicht da ist und ich damit mehr CO2-Belastung habe. Jeder Anbieter trifft seine wirtschaftlichen Entscheidungen dazu, das ist schließlich fair. Aber was dies für die Umwelt bedeutet, das finde ich weniger gut. Aber ich bin kein österreichischer Bürger oder Politiker. Früher oder später werden sich vor allem Letztere mit diesem Thema befassen.

“Wir sehen, dass es viel Interesse aus dem Ausland gibt, nach Wien zu kommen.”

Sitzkonfiguration: Im Airbus A350-900 kommt die luxuriöse 1-2-1-Sitzanordnung mit viel Privatsphäre zu Geltung. Vor allem die Möglichkeit, einige der mittleren Sitze in ein Doppelbett zu verwandeln, ist ein Erlebnis. Schiebepaneele ermöglichen es zudem Fluggästen, ihre Sitzplätze in einen gemeinsamen Bereich zu verwandeln. An Bord des Airbus A320 mit lediglich zwölf Lie-flat Seats ergibt sich ein Gefühl wie im Reisen mit einem Privatjet. Sitzabstand Die Qsuite ist auf den meisten Airbus A350-900 verfügbar, zudem an Bord des A350-1000. In der neuen Boeing 787-10, welche in Kürze geliefert wird, soll ein Qsuite-ähnliches Produkt installiert werden. Die Betten sind 180 Grad in eine komplette Waagrechte verstellbar. Food & Beverage Die Speisen haben qualitativ hohen Standard. Freunde guten Weines werden auch in einer so schwierigen Zeit einer globalen Pandemie zufrieden mit der Auswahl sein. Inflight Entertainment Video und Audio on Demand bieten rund 4.000 Unterhaltungsmöglichkeiten, und man kann sich natürlich auch schon zu Hause informieren, was gerade angesagt ist. Der Bildschirm hat 21.5 Zoll, ist zudem verstellbar. Der Kopfhörer bietet höchsten Komfort und dient zudem auch als Lärmschutz. WiFi war verfügbar und funktionierte. www.qatarairways.com