Im Test:

Il Sereno

GOOD TO GO: Das perfekte Hotel am Comer See für Design-Aficionados und Hedonisten, die die Schönheit des Sees mit zeitgemäßem Dolce Vita kombinieren wollen.

Eine versteckte, abschüssige Dorfstraße führt zur Endstation Sehnsucht. Das im August 2016 eröffnete Schwesterhotel des Le Sereno in St. Barth ist so wohltuend anders als die altehrwürdigen Grandhotels der Gegend: Frei von Patina und Antiquitäten, dafür modern-elegant, bestückt mit Holz, Naturstein, edelsten Materialien und ausschließlich großzügigen Seeblicksuiten.

Ein Style-Statement der gefeierten Innenarchitektin und Designerin Patricia Urquiola, die sich bei diesem ersten neuen Resort direkt am See seit 70 Jahren nach Herzenslust hatte austoben dürfen. Die letzten Meter geht es über eine kleine Brücke: links der Infinitypool und die Bootsanlegestelle, rechts der vertikale Garten des Botaniker-Punks Patrick Blanc. In der Lobby des Il Sereno gediegenes Wohnzimmer-Feeling, gekrönt von einer scheinbar schwebenden Wendeltreppe mit Kupferrohr-„Vorhang“.

Das Interieur stammt, wie auch in den Suiten, hauptsächlich von einheimischen Marken wie B&B Italia, Cassina und Molteni. Echte Exoten sind dafür die Holztische auf den Terrassen der Suiten – made in Botswana. Lässiger Luxus also allerorten und ein Personal, das ungewöhnlich jung ist. Bis auf den Direktor, knapp über 50, sind alle 120 Mitarbeiter zwischen 19 und 35 Jahre alt. Beim üppigen À-la-Carte-Frühstück kann es freilich passieren, dass die übereifrige Crew so viele spannende Häppchen – Haselnusscreme-Pancakes oder doch

eine „Wolke von Como“ mit Marillenmarmelade? – vorschlagen, dass sie dann auf das Einfachste, den bestellten Cappuccino, vergisst. Immer aufmerksam aber: Giovanni, Sohn eines Kochs aus Abano. Dem US-Pärchen serviert der Kellner ungefragt ein Klapptischchen fürs iPad. Elektronisches Spielzeug als Begleitung des abendlichen Degustationsmenüs von Starkoch Andrea Berton wäre ein Fehlgriff, zeichnen die Kreationen doch Raffinesse bis ins winzigste Basilikumblatt aus. Die Belohnung folgte schon nach einem Jahr: erster Michelin-Stern. Text: Andreas Jaros

Lage | Im lieblichen Torno auf einem 140 m langen Seegrundstück Kategorie | 5*, ein All-Suite-Boutiquehotel der Sereno-Gruppe und von Leading Hotels Architektur | „Eleganza naturale“ mit Hauptrollen für Materialien primär regionaler Herkunft; die raumhohen Fenster sollen innen und außen verschmelzen lassen Zimmer & Suiten | Insgesamt 30 Suiten zwischen 60 und 200 m2: 23 Lakefront, 3 Corner, 2 Lake mit Terrasse, Outdoor-Hot-Tub und 2 Penthouses mit Terrasse und Pool. In der Nähe: „Villa Pliniana“ aus dem 16. Jahrhundert für große Gruppen und Special Events CC-VIP-Tipp | „Darsena Lago Suite“ (200 m2), die einzige mit direktem Seezugang: Stufen runter, rein ins Kajak oder aufs Board

Stil & Ambiente | Einrichtung und schickes Design von Patricia Urquiola + Top-Location = höchster Wohlfühlfaktor Facilities | Restaurant „Berton al Lago“ (À-la-Carte-Frühstück, Mittag- und Abendessen), Bar, Lounge und Bibliothek, 20-m-Infinity-Pool mit Sonnendeck, 3 maßgefertigte Riva-Boote für Ausflüge Spa | 3 Behandlungszimmer, eines davon für Paarmassagen, integriert in die Granitwände des ehemaligen Bootshauses (= Darsena). Treatments mit den Schweizer Premium-Pflegeprodukten von Valmont. Outdoor-Ruhebereich mit Jacuzzi, kleiner Fitnessraum ohne Aussicht Service | Selbst die ausgefallensten Wünsche werden erfüllt Kontakt | Via Torrazza 10, 22020 Torno, T. + 39 031 5477800, www.ilsereno.com, www.serenohotels.com