Im Test
Hotel Imperial Vienna
GOOD TO GO: Das perfekte Hotel in Wien für stilsichere Traditionalisten.
Die Erbauer des weltbekannten Hauses hängen als überlebensgroße Gemälde in der Eingangshalle: Philipp Alexander von Württemberg und Erzherzogin Marie Therese von Habsburg- Lothringen bezogen 1863 eines der ersten Palais an der Ringstraße – und stellten bald fest, dass es nicht angenehm ist, inmitten der größten Baustelle Europas zu wohnen. Als für die Weltausstellung 1873 dringend Unterkünfte benötigt wurden, verkauften sie ihren Palast und zogen in eine ruhigere Gegend.
Seither zählt das Imperial zu den ersten Hoteladressen der Stadt. Wer im Imperial absteigt, der findet die prachtvolle Vergangenheit, die er sucht: Die imposante Fürstenstiege mit ihren Stuccolustro-Wänden, einem Lobmeyr-Luster und der hübschen Donauweibchen-Statue unter einem Bild von Kaiser Franz Joseph ist zweifellos ein Wiener Sightseeing-Highlight – sie führt zu den prunkvollen Neo-Renaissance-Suiten in der Beletage.
Die hellen Gästezimmer in dem denkmalgeschützten Gebäude versprühen allesamt ein nobles, klassisches Ambiente: Teppichböden, florale Stofftapeten, Möbel im Empire-Stil, Badezimmer aus Marmor – kein Wunder, dass das Imperial bei Staatsbesuchen hoch im Kurs steht und Gäste sich das Haus gelegentlich mit Sicherheitskräften teilen müssen. In der „Straße der Geschichte“ im Erdgeschoß listen Info-Tafeln einige der bekanntesten Gäste auf. Richard Wagner übernachtete hier, Gustav Mahler war Stammgast im Café, und durch ein Fenster im OPUS Restaurant (16/20 Gault-Millau-Punkte) soll Charlie Chaplin erstmals in ein Mikrofon gesprochen haben.
Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Musikverein bekommt man bis heute namhafte Dirigenten und Musiker zu Gesicht, auch die Rolling Stones haben sich in einem der Gästebücher verewigt, die im Safe des Hoteldirektors lagern. Das Imperial ist übrigens ein Hotel mit eigenem Archivar: Herr Moser war zuvor 30 Jahr lang „Portier“, wie der Concierge in Österreich heißt – und diente dem Regisseur Wes Anderson als Inspiration für seinen Film „Grand Budapest Hotel“. Text: Stephan Burianek
Lage | zentral an der Ringstraße, unmittelbar neben dem Musikverein und unweit vom Schwarzenbergplatz Kategorie | 5*, das Hotel Imperial gehört zur Luxury Collection von Marriott Architektur | ein ebenso ikonisches wie imposantes Ringstraßen-Palais aus der Gründerzeit Zimmer & Suiten | 138 insgesamt in 11 Kategorien von 30 bis 150 m2 CC VIP-Tipp | eine Maisonette-Suite mit Galeriegeschoss, schmaler Terrasse und Blick über das Dach des Musikvereins auf die Karlskirche sowie bis zu den Hügeln des Wienerwalds
Stil & Ambiente | klassisches Grand-Hotel mit viel Geschichte und einem Hauch von Glamour Facilities | legendäres Café, Restaurant Opus, Lobby-Bar mit gelegentlicher Live-Musik, Fest- und Marmorsaal u.a. für Hochzeiten oder Gala-Diners Spa | nicht vorhanden, Treatments können extern gebucht werden, kleiner Fitnessraum Service | freundlich-entspannt und vergleichsweise förmlich Kontakt | Kärntner Ring 16, 1010 Wien, T. +43 1 5011 00, www.marriott.com