GOOD TO GO: Reisetrend

World Wide Workation

Von der Sonnenliege SMS verschicken und mit Flipflops an den Füßen in den nächsten Videocall starten: Spätestens seit Corona geht der Trend in Richtung wochenlange Workation-Stays im Süden. Wo sich Urlaub und Arbeit ganz besonders luxuriös verbinden lassen und was es dabei alles zu beachten gilt, hat CC-VIP-Autor Jörg Bertram recherchiert.

Vom Nischen- zum Trendthema!

Mal ehrlich, wer von uns hat noch nie vom eigenen Büro unter Palmen geträumt? Corona sei Dank, dürfte sich dieser Traum im kommenden Winter ebenso leicht wie luxuriös erfüllen lassen. Denn die Erkenntnis, dass auch nach der Pandemie deutlich mehr Menschen dauerhaft mobil arbeiten werden, hat in der Tourismusbranche zum Umdenken geführt und Workation vom Nischen- zum Trendthema gemacht. Waren es früher vor allem Blogger, Influencer und fernwehgeplagte Freelancer, die auf Arbeit (WORK) plus Urlaub (VacATION) in fernen Gefilden gesetzt haben, so ist die verlockende Kombination aus Pflicht und Kür inzwischen auch auf der Manager-Ebene angekommen. Entsprechende Angebote gibt es für die kommenden Monate sowohl in Europas Süden, als auch im Rest der Welt.

Insel-Office im Indischen Ozean

Mit Mauritius und den Seychellen bieten gleich zwei Paradiesinseln im Indischen Ozean die Möglichkeit für Longstays. „Workcation Seychelles“ ist in drei Kategorien buchbar, die sich an der gewünschten Aufenthaltsdauer orientieren. Mauritius vergibt seine „Premium Visa“ für ein ganzes Jahr, vorausgesetzt, man verfügt über eine angemessene Reise- und Krankenversicherung sowie einen „Langzeitaufenthaltsplan“. Als Top-Adresse auf der Insel empfiehlt sich das Shangri-La Le Touessrok, wo man ein Longstay-Special mit inkludierten Golfrunden und zahlreichen Vor-Ort-Rabatten ab 15 Übernachtungen aufgelegt hat. www.seychelles.govtas.com/workcation www.mymauritius.travel www.shangri-la.com

Meerblick statt Meetingraum auf den Malediven

Die zumeist nur von einem einzigen Resort besiedelten Malediveninseln dienten vielen Pandemieflüchtigen bereits während der ersten beiden Lockdowns als sichere Hideaways mit High-Speed-Internetzugang. Entsprechende Angebote machen die wochenlange Kombination aus Urlaub und Arbeit auch in diesem Winter wieder attraktiv. So offeriert das ultraluxuriöse The Nautilus beispielsweise ein Workation-Package mit Open-Air-Office auf einer einsamen Sandbank, Personal Assistant und Aufenthalt im Beach House. Preis pro Woche: ab 23.250 US-Dollar. Für nur 400 Dollar mehr kann man im Lux* South Ari Atoll gleich einen ganzen Monat bleiben und die Vorzüge des „office with a view of the lagoon“-Specials nutzen. Und dann wäre da noch das „Länger bleiben und sparen“-Angebot vom Anantara Dhigu. Es gilt ab 7 Nächten und verspricht bis zu 30 Prozent Rabatt auf Übernachtung mit Halbpension. www.thenautilusmaldives.com www.luxresorts.com www.anantara.com

365 Tage in 1.001 Nacht

Mit 64 Kilometern Traumstrand, terracottafarbenen Wüsten und dem imposanten Hadschar-Gebirge im Landesinneren gilt Ras Al Khaimah nicht nur als nördlichstes, sondern vielleicht auch als naturreichstes Emirat am Golf. Noch bis zum 30. Dezember 2021 ist hier das „Live RAK Play“-Angebot verfügbar. Es bietet eine Vielzahl von Specials für Langzeitaufenthalte in teilnehmenden Luxushotels mit schneller Internetverbindung (darunter Häuser wie das Waldorf Astoria, das Marjan Island Resort & Spa oder das in einer Privatbucht gelegene Hilton Ras Al Khaimah) sowie Rabatte in Restaurants, Waschsalons oder bei Autovermietungen. Unser Outdoor-Tipp, wenn das eigene (Home-) Office im Orient einmal geschlossen hat: Auf dem Jebel Jais, dem mit 1.934 Metern höchsten Berg der VAE, kann man mit der längsten Zipline der Welt hoch über dem Alltag schweben! Außerdem ist es auch nicht weit ins Nach-baremirat Dubai mit seinen Shoppingmalls und Top-Restaurants. www.visitrasalkhaimah.com/de/live-rak-play/

Work like an Egyptian!

Nur 25 Kilometer von Flughafen in Hurghada entfernt, präsentiert sich El Gouna als kosmopolitane Mini-Metropole mit Miami-Flair und Top-Infrastruktur. So gibt es neben einer Dependance der Technischen Universität Berlin auch eine Zweigstelle der Bibliothek von Alexandria sowie mehrere internationale Schulen, ein erstklassiges Krankenhaus, Co-Working-Büros und sogar ein eigenes Telefonnetz! Die perfekte Location also für einen Workation-Aufenthalt mit der ganzen Familie. Wer vor Ort keine (Miet-)Villa sein eigenen nennt, kann die Longstay-Angebote des Steigenberger Golf Resort El Gouna oder des Sheraton Miramar Resort El Gouna nutzen. Ab 609 bzw. 745 Euro pro Woche bieten sie einen Platz unter der ägyptischen Wintersonne. www.elgouna.com

Work and Play auf Teneriffa

Gerade einmal eine Stunde Zeitverschiebung, bequeme Nonstop-Flüge in die wichtigsten Metropolen auf dem Kontinent, frühlingswarme 23°C Durchschnittstemperatur sowie ein erstklassiges Gesundheitssystem und eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis für EU-Bürger machen Teneriffa zur idealen Workation-Destination für Einsteiger. Fast schon ein Wunder also, dass die Kanareninsel erst im Juli 2021 ihr erstes „Tenerife Work and Play“-Programm aufgelegt hat. Als „Eintrittskarte“ dient ein eigener „Welcome Pass“ mit dem die „Neo-Insulaner auf Zeit“ zahlreiche Vergünstigungen genießen oder an Networking-Events, Sprachkursen, Yogaklassen oder Surfstunden teilnehmen können. Außerdem werden 27 Coworking-Spaces aufgelistet und die Adressen international versierter Steuerberater und Rechtsanwälte auf der Insel genannt. Zu den Top-Häusern mit speziellen Workation-Packages gehören neben dem Bahia del Duque (28 Übernachtung u.a. mit kostenlosem zweiten Zimmer als Büro, täglichem After-Work-Cocktail und Rabatten auf Wellness oder Wäscherei zwischen 9.900 und 26.100 Euro) auch das Boutiquehotel San Roque (bis zu 25 Prozent Preisnachlass bei einem Aufenthalt von 31 Tagen) sowie das Las Terrazas de Abama (ab 150 Euro pro Nacht bei Longstays). Mit Co-Working-Places, die auch für Nicht-Hotelgäste bereits ab 15 Euro pro Tag buchbar sind, lockt hingegen das Sheraton La Caleta. www.tenerifeworkandplay.com www.thetaishotels.com www.hotelsanroque.com www.abamahotels.com www.marriott.com

Ein Winter auf Mallorca

Zugegeben, George Sand hat die Wintermonate auf der Baleareninsel gehasst und ihren geplanten Longstay in der Kartause von Valldemossa frühzeitig abgebrochen. Fincallorca-Gästen dürfte das kaum passieren, denn die angebotenen Luxus-Fincas des Inselspezialisten stehen für viel Komfort und Behaglichkeit in zumeist erstklassigen Lagen. Neu in diesem Jahr: ein eigener „Homeoffice-Filter“ auf der Website, der nur Unterkünfte mit stabilem Handyempfang, geeignetem Schreibtisch sowie mindestens 50 Mbit pro Sekunde schnellem Wlan anzeigt. www.fincallorca.de

Wie die (Mode-)Götter in der Toskana

Wer sein Longstay-Ziel mit dem eigenen Wagen erreichen möchte, ist im Rosewood Castiglion del Bosco in der Toskana bestens aufgehoben. Das edle Landgut im Privatbesitz der Ferragamo-Familie erstreckt sich über 2.000 Hektar und bietet auch in der Villa Sojourn jede Menge Platz für stilvolle Heimarbeit. Gäste, die in diesem Ambiente mindestens 30 Tage und Nächte verbringen, kommen nicht nur in den Genuss von 30 Prozent Preisnachlass und 10 Prozent Rabatt auf alle Restaurant- und Spa-Leistungen, sondern können sich auch auf Inklusivleistungen wie Minibar und kostenloses Frühstück, Lunch oder Dinner in der eigenen Villa freuen. Dazu passt übrigens ein Glas vom feinen Brunello di Montalcino, der hier gekeltert wird. www.rosewoodhotels.com